Als Mitte der 1930er-Jahre ein sorgloses Leben für Jüdinnen und Juden im nationalsozialistischen Deutschland kaum noch möglich ist, werden Else Levy und ihr Mann Josef zum ersten Mal Eltern. Das jüdische Paar hat nach dem Tod von Elses Eltern deren Geschäft in Langerwehe übernommen. Hier werden normalerweise Manufakturwaren und Kleider verkauft. Doch die Nationalsozialisten haben zum reichsweiten Boykott jüdischer Einrichtungen aufgerufen. In einem Brief an eine Freundin schreibt Else deshalb, das Geschäft laufe schlecht. Die kleine Tochter Lisette hingegen gedeihe gut.
Nach der Reichspogromnacht flieht die Familie vor den Nationalsozialisten gegen Westen – vermutlich in die Niederlande oder nach Belgien und später nach Frankreich. Mehr ist nicht bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden Else Levy, ihr Mann und ihre Tochter für tot erklärt.
Einige Jahre später stellt sich jedoch heraus: Lisette lebt. Darüber, wie sie gerettet worden ist, gibt es verschiedene Versionen. Vermutlich ist es Else kurz vor der Deportation gelungen, das kleine Mädchen an die französische Fürsorge, die “Assistance Publique”, zu übergeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Lisette von einer Familie im Elsass adoptiert. Im Alter von 23 Jahren heiratet sie und heißt nun Elisabeth Greller. In den 1960er-Jahren lässt sie ihre Todeserklärung gerichtlich aufheben. Ihr Leben verbringt sie im französischen Mulhouse.